II. Tücken bei Partnerschaften

Die Ursachen für Misserfolge bei der Bildung einer Partnerschaft liegen
hauptsächlich in der Missachtung der „weichen Faktoren“:

1. Die „Chemie“ unter den Partnern stimmt nicht
Den richtigen Partner zu finden, ist eine der größten Herausforderungen,
denn schließlich soll eine Partnerschaft nicht gleich nach wenigen Monaten wieder auseinandergehen. Was immer man von einem Partner erwartet:
Letztlich zählt die Fähigkeit zur Partnerschaft und die menschliche Chemie
zwischen den Partnern. Es muss sichergestellt werden, dass die menschliche Basis zwischen den Partnern stimmt und eine  Übereinstimmung über die künftige Führung der Kanzlei besteht. Dazu ist ein gemeinsames Verständnis über Führungsstil und Führungsgrundsätze unumgänglich.

2. Jeder Partner will über alles mitbestimmen
Es liegt auf der Hand, dass es für jahrzehntelange Einzelkämpfer, die es gewohnt waren, alle Entscheidungen alleine zu treffen, nicht einfach ist, plötzlich auf Teile „ihrer Macht“ zu verzichten. Folglich kommt es häufig zu diffusen Verantwortungsstrukturen. Für angenehme Bereiche sind auf einmal mehrere Partner zuständig, für schwierige Bereiche fühlt sich niemand verantwortlich.
Um einem Stillstand bei der Kanzleientwicklung entgegenzuwirken, empfehle ich eine klare Aufgaben- und Rollenverteilung und eine eindeutige Definition der Verantwortlichkeiten.

3. Unterschiedliche Veränderungsbereitschaft
Beachten Sie, dass die Veränderungsbereitschaft unter den Partnern oft völlig unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Daher sind ein ähnliches Geschäftsverständnis, konkrete Ziele und klare Spielregeln erstrebenswert.
Selbstverständlich sind ein bis ins Detail durchdachter Gesellschaftsvertrag
und eine optimale Rechtsformgestaltung eine wesentliche Grundlage für eine Partnerschaft. Die oben genannten Gefahrenquellen verdeutlichen aber gleichzeitig, dass ein „guter“ Vertrag niemals alleiniger Garant für eine erfolgreiche Partnerschaft sein kann. Die Grundlage für eine Partnerschaft sollten immer die gemeinsamen Ziele und die gegenseitige Akzeptanz – und nicht der perfekte Gesellschaftsvertrag – sein. Nicht einzelne  Vertragspunkte, sondern der Geist des Vertragswerkes ist entscheidend!

III. Unterschiedliche Formen von Partnerschaften
Die Möglichkeiten einer Partnerschaft sind vielfältig. Das zeigen die folgenden zwei „Extremformen“ einer Partnerschaft:

1. Die unechte Partnerschaft
Eine unechte Partnerschaft ist die reine Bürogemeinschaft bzw. die „Profit-
Center-Partnerschaft“. In typischen Bürogemeinschaften kommt es zwar zu
einer gemeinsamen Nutzung von Arbeitsmitteln, Räumlichkeiten, technischen Einrichtungen, Personal, etc., doch jeder Partner ist eigenständig tätig und erzielt seinen eigenen Umsatz. Die direkten Kosten werden von jedem Partner selbst getragen, die Gemeinkosten aufgeteilt. Sehr häufig entsteht daraus eine Ich-&-Du Partnerschaft.

adminFIREFLY20080618