Notwendigkeit von Compliance in der StB-Praxis und bei Mandanten

• Durch das Geldwäschegesetz (GWG) und die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und dem AEAO zu § 153 AO („Steuer-IKS“ ) wird der Druck zur Implementierung von Compliance-Programmen bzw. Compliance-Systemen nun auch im steuerberatenden Beruf und mittelständischen Mandantenunternehmen massiv zunehmen.

• Rechtlich und ethisch korrektes Verhalten aller Mitarbeiter wird immer mehr zu einem bedeutsamen Wettbewerbsfaktor in einer komplexer werdenden Umwelt.

• Jedes Unternehmen profitiert von der Implementierung einer Compliance-Organisation, da auf diese Weise durch Rechtsverstöße verursachte strafrechtliche Folgen und Rufbeschädigungen vermieden werden können.

• Die Kosten von Non-Compliance nehmen immer stärker zu und können ein existenzbedrohliches Ausmaß annehmen. Kosten von Non-Compliance nehmen rasant zu

Compliance-Begriff

• Der Begriff Compliance stammt aus der angloamerikanischen Rechtspraxis und wurde ohne Übersetzung in den deutschen Sprachgebrauch übernommen.

• Wörtlich übersetzt bedeutet „to comply with“ das Einhalten oder Befolgen bestimmter Regeln.

• Compliance wird im Schrifttum und in der Praxis häufig unterschiedlich definiert und mit verschiedenen Schwerpunkten unterlegt.

• Im rechtlichen Kontext bezeichnet Compliance heute ein „Konglomerat von Pflichten im Rahmen einer beruflichen Tätigkeit zur Beherrschung von Gefahren, die durch den Betrieb eines Unternehmens geschaffen werden, einschließlich aller Vorschriften und Maßnahmen, welche die Erfüllung dieser Pflichten absichern sollen.“ (Dannecker/Leitner, S. 39).

• Dies umfasst zunächst die Vorgaben des allgemein geltenden Rechts und des Gesetzes, darüber hinaus aber auch unternehmensinterne Regelwerke, die im Unternehmen zwingend oder aufgrund einer freiwilligen Verpflichtung vorgesehen sind.

• Insofern handelt es sich bei Compliance um ein „prozedurales Verfahren zur Einhaltung von – vor allem gesetzlichen, teilweise aber auch ethischen oder sonstigen – Zielvorgaben.“ (Sieber, S. 449).

• In der Praxis hat sich gezeigt, dass die traditionellen Definitionen von Compliance, die sich überwiegend auf die Erfüllung von und Übereinstimmung mit Gesetzen und Regularien beschränken, für Unternehmen lückenhaft sind.

• Die Bedeutung der Beachtung unternehmensinterner Richtlinien, ethischer Grundsätze, Risikomanagementstandards, Verfahrensanweisungen usw. hat zugenommen, da sich gezeigt hat, dass dadurch Risiken minimiert werden können, die mit einem Verlust der öffentlichen Anerkennung oder der Reputation des Unternehmens zusammenhängen.

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