Infolge der Corona-Pandemie und der damit verbundenen weltweiten Reisebeschränkungen konnten im März 2020 zahlreiche deutsche Staatsbürger nicht ihren Rückflug nach Deutschland antreten.

Im Rahmen der im März 2020 begonnenen Rückholaktion hat das Auswärtige Amt zahlreichen Reisenden einen Rücktransport in das Inland ermöglicht. Die zurückgeholten Personen sind grundsätzlich zum Kostenersatz verpflichtet.[1]

Im Juni 2020 erließ das Auswärtige Amt entsprechende Kostenbescheide, wonach ca. 40 % der Aufwendungen für die Rückholaktion zu ersetzen waren.

Steuerlich stellte sich die Frage, ob der Kostenaufwand für den Rücktransport aus einem Urlaubsort als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG ansetzbar ist. Dies lehnt die Finanzverwaltung ab, wenn die Auslandsreise als solche nicht zwangsläufig und damit nicht notwendig[2] war. Kosten für den Rücktransport aus dem Urlaubsort werden folglich vom Kostenabzug ausgeschlossen.

 

Praxishinweis

Sofern der Rücktransport aus dem Ausland durch eine beruflich bedingte Auswärtstätigkeit veranlasst war, dürften die Rückholkosten als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abziehbar sein. Der Arbeitgeber könnte ebenso einen steuerfreien Reisekostenersatz nach Maßgabe von §§ 3 Nr. 13 bzw. 16 EStG vornehmen.

 

 

[1] § 6 Abs. 2 Satz 1 i.V.m. § 5 Abs. 5 KonsG

[2] § 33 Abs. 2 EStG

 

 

 

Stand: 21.07.2021

StBV