§ 7b EStG sieht eine Sonderabschreibung für den Mietwohnungsneubau vor.

 

Die Sonderabschreibung nach § 7b EStG kann nur in Anspruch genommen werden, wenn der Bauantrag oder – wenn eine Baugenehmigung nicht erforderlich ist – die Bauanzeige nach dem 31. August 2018 und vor dem 1. Januar 2022 gestellt bzw. getätigt worden ist.

 

Praxishinweis

Für Mietwohnungen, die nach den baurechtlichen Vorschriften ohne Bauantrag bzw. Bauanzeige errichtet werden können, kann hinsichtlich des genannten Zeitraums auf den Zeitpunkt des Beginns der Bauausführung abgestellt werden.[1] Diese Aussage des BMF ist zu begrüßen. Der Beginn der Maßnahme sollte zeitnah dokumentiert werden. Findet der Beginn bis zum 31. Dezember 2021 statt, ist damit die Sonderabschreibung nach Maßgabe von § 7b EStG möglich.

Zu beachten ist, dass die Sonderabschreibung grds. erst ab dem Zeitpunkt der Fertigstellung der Wohnung in Anspruch genommen werden kann. Eine Inanspruchnahme kann aufgrund von § 52 Abs. 15a EStG nur bis zum Ablauf des Jahres 2026 erfolgen. Sofern aufgrund einer späteren Fertigstellung der 4-Jahres-Begünstigungszeitraum bis zum 31. Dezember 2026 noch nicht vollständig abgelaufen ist, kann für die Zeit danach die Sonderabschreibung nicht gewährt werden.[2]

Dennoch ist für Zwecke des § 7a Abs. 9 EStG der Ablauf des Begünstigungszeitraums abzuwarten, bevor eine Verteilung des Restwerts auf die Restnutzungsdauer erfolgt.[3] Dies gilt auch, wenn der Steuerpflichtige nicht die gesamte Sonderabschreibung während des Begünstigungszeitraums in Anspruch nimmt.[4]

 

Beispiel

Ein Mehrfamilienhaus wird im Jahr 2024 aufgrund eines im Jahr 2021 gestellten Bauantrags fertiggestellt. Zum 1. Dezember 2024 geht das Eigentum auf einen Erwerber über, der die Wohnungen ab diesem Zeitpunkt vermietet.

Der Erwerber kann für die Jahre 2024, 2025 und 2026 jährlich bis zu 5 Prozent der förderfähigen Anschaffungskosten geltend machen. Das vierte Jahr des Begünstigungszeitraums für die Inanspruchnahme der Sonderabschreibung nach § 7b EStG entfällt aufgrund der Begrenzung des Förderzeitraums auf den VZ 2026.[5]

Die lineare AfA wird im Jahr 2027 gegenüber den Vorjahren unverändert berücksichtigt. Erst ab dem 5. Jahr, dem Jahr 2028, erfolgt die AfA-Berechnung nach Maßgabe von § 7a Abs. 9 EStG.[6]

 

 

[1] BMF-Schr. v. 21.9.2021, IV C 3-S 2197/19/10009:009, BStBl I 2021, 1805

[2] BMF-Schr. v. 7.7.2020 – IV C 3-S 2197/19/10009:008, BStBl I 2020, 623 Rz. 16

[3] BMF-Schr. v. 7.7.2020 – IV C 3-S 2197/19/10009:008, BStBl I 2020, 623 Rz. 70

[4] BMF-Schr. v. 7.7.2020 – IV C 3-S 2197/19/10009:008, BStBl I 2020, 623 Rz. 68

[5] § 52 Abs. 15a EStG

[6] BMF-Schr. v. 7.7.2020 – IV C 3-S 2197/19/10009:008, BStBl I 2020, 623 Rz. 70 ff

 

 

 

Stand: 25.11.2021

StBV